Immer mehr Armut und steigende Obdachlosenzahlen in ganz Andalusien - Das Schlimmste kommt noch 


14.09.2020 

Covid-19 hat in Andalusien besonders die Städte Málaga und Granada hart getroffen, der Rest der Region blieb im Verhältnis zu anderen Teilen Spaniens weitestgehend verschont. Das gilt allerdings nicht für die wirtschaftlichen Folgen der Covid-Pandemie. Zehntausende Menschen sind im Zuge der Corona-Krise bereits in die Armut abgerutscht, die Zahl der Menschen ohne Obdach wächst rasant. Und das ist leider noch nicht alles. Experten gehen davon aus: das Schlimmste kommt. 

 

Schon vor der Covid-Krise sah es nicht gut aus

 

Prekäre Jobs und ein schnelles Abrutschen in die Armut, das war in Spanien auch schon vor der Covid-Krise eine Realität mit der sich viele Menschen konfrontiert sahen. Seit der Finanzkrise 2008 kam das Land nie wieder richtig auf die Beine, obwohl in den letzten Jahren ein langsamer aber dennoch positiver ökonomischer Aufschwung zu verzeichnen war. Durch die Covid-Pandemie hat sich das auf einen Schlag wieder geändert. Lockdown, strenge Restriktionen, und das Ausbleiben von Touristen setzen dem Land und den Menschen stark zu. Erwartet wird eine Rezession, im schlimmsten Fall rutscht Spaniens Wirtschaft in eine ähnliche Krise wie 2008. 

 

Armut, Obdachlosigkeit und lange Schlangen vor Essensausgaben 

 

Schon jetzt zeichnet sich ein erschreckendes Bild. Trotz Finanzhilfen der Europäischen Union und Schnellbeschlüssen der Spanischen Regierung zur Grundsicherung kommt die Hilfe in vielen Fällen nicht bei den Menschen an. 

Kommunen streiten über die Verteilung der Gelder, obwohl viele Menschen schon heute nicht mehr wissen wie sie die nächste Miete oder Lebensmittel bezahlen sollten. Während in anderen Krisensituationen oftmals die Familie ausgeholfen hat, können in der Covid-19-Pandemie viele nicht mehr auf die Familie zählen, denn: auch die Verwandten haben nichts mehr. 

Das Schlimmste kommt noch


Bereits jetzt drängen sich die Menschen in den Schlagen der Essensausgaben und immer mehr Obdachlose prägen des Bild vieler Städte. 

Und das ist leider noch nicht alles. Wirtschaftsexperten sind sich einig: das Schlimmste steht den Spaniern noch bevor. Insbesondere die Gefahr einer neuen Corona-Welle bedroht Existenzen. Viele Menschen wissen nicht, ob sie jemals wieder in ihren Job zurückkehren

können. Das gilt vor allem für die Beschäftigten in der Tourismusindustrie, die in Spanien einer der wichtigsten Arbeitgeber ist.  

Politiker beschwören indes den Sozialen Zusammenhalt. Ob die Menschen in Spanien die Krise ein weiteres Mal gemeinsam überstehen, bleibt offen. Es zeigt sich jedoch: die Solidarität untereinander ist groß.